- Bastion Verteidigungswerk, das vom Hauptwall der Festung in das Angriffsfeld vorgebaut ist. Verteidigungswerk, das vom Hauptwall der Festung in das Angriffsfeld vorgebaut ist. Dieses aufgeschüttetete Erdwerk enthält oft unterirdische Räume (Kasematten) und wurde ab dem 17. Jahrhundert auch mit steinernen Stützmauern ausgestattet. Es hat meistens einen fünfeckigen Grundriss. Die dem Feld zugewandten Seiten nennt man Face, die dem Feld abgewandten Seiten Flanken.
- Brustwehr Abschluss der Mauer, bietet Soldaten DeckungDie Brustwehr ist ein Mauerstück, dass sich als Abschluss auf der Futtermauer befindet. Sie reicht einem Menschen bis zur Brust (daher Brustwehr) und sollte den Soldaten, so gut wie möglich schützen. Sie ist zum Graben hin abgeschrägt, damit der Soldat leichter mit dem Gewehr in den Graben zielen kann.
- Condonstein Sandsteinwulst in der Grabenmauer zwischen Futtermauer und Brustwehr.
- Erzbischof Hoher Geistlicher, der an der Spitze des Erzbistums stehtDer Erzbischof steht an der Spitze des Erzbistums. Das Erzbistum umfasst als sog. Kirchenprovinz mehrere Bistümer. Bis zur Aufhebung des geistlichen Besitzes 1802 war Mainz Erzbistum. Der Mainzer Erzbischof gehörte auch zu den geistlichen Fürsten, die weltliche Gewalt inne hatten.
- Erzstift Das Erzstift bezeichnet den weltlichen Herrschaftsbereich eines Erzbischof (wie z.B. der Mainzer Erzbischof). Den geistlichen besser Verwaltungsbezirk nennt man dagegen Erzdiözese (oder auch Erzbistum). Die beiden Gebiete mussten nicht identisch sein. Oft hatte ein Erzbischof nur die geistliche Herrschaft inne, nicht aber die weltliche (wie heute). 1802 wurden die geistlichen Staaten aufgehoben und weltlichen Fürstentümern zugeschlagen. Seit dem gibt es im deutschen Raum keine Staaten mehr, die von Geistlichen beherrscht werden. Bei Bischöfen spricht man von Hochstift bzw. Diözese oder Bistum.
- Eskarpenmauer Grabenmauer (stadtseitig)Mauer, die die Grabenböschung auf der Bastionsseite stützt. Die gegenüber der Bastion gelegene Grabenmauer heißt dementsprechend Kontereskarpenmauer (frz. Contreescarpe). Hinter der Kontereskarpemauer führte oft ein Gang entlang, der mittels Schießscharten den Beschuss des Feindes im Graben ermöglichen sollte. Außerdem führten u.a. von diesem Gang die Minengänge ab.
- Face Dem Feld zugewandte Seite eines FestungswerkesDem Feld (Glacis) zugewandte Seite einer Bastion, Schanze oder eines Forts.
- Flanke Vom Feld abgewandte Seite eines FestungswerkesVom Feld (Glacis) abgewandte Seite einer Bastion, Schanze oder eines Forts. Die Flanke verbindet die Bastion mit dem Hauptwall (Kurtine).
- Fort Selbständiges, vorgeschobenes FestungswerkSelbständiges, vorgeschobenes Werk, das strategisch wichtige Orte im Vorfeld einer Festung sichert. In der alt- und neupreußischen Manier des 18. beziehungsweise 19. Jahrhunderts wurden Festungsstädte systematisch von Forts umgeben. Ihr Abstand zur Kernumwallung betrug zunächst etwa 1 Kilometer, wuchs jedoch bis zum späten 19. Jahrhundert auf 15 Kilometer an.
- Futtermauer Mauer die eine Böschung, d.h. einen Abhang abstützt; man kann sie deshalb auch Stützmauer nennen. Fast alle Mauern in einer barocken Festung sind Futtermauern, da sie den Wall nur stützen und verstärken - und nicht wie mittelalterliche Mauern frei stehen.
- Gedeckter Weg Ein auf der Kontereskarpe verlaufender, gegen Sicht und Beschuss geschützter Weg. Er dient als Augangspunkt für Ausfälle und Rückzugsort für Patroullien.
- Gezogenes Geschütz In der Mitte 19. Jahrhundert wurden als Weiterentwicklung der Artillerie die "gezogenen Geschütze" eingeführt. Bei gezogenen Geschützen bewirkt eine im Schussrohr eingravierte spiralförmige Linie, dass die Geschosse einen Drall bekommen. Durch diesen Drall können die Geschütze weiter und zielgerichteter feuern. Außerdem erhöht sich die Durchschlagskraft der Geschosse. Aufgrund dieser Weiterentwicklung mussten um 1840 einige Verbesserungen an den Festungsbauten vorgenommen werden.
- Glacis Freies Feld unmittelbar vor der FestungAnderer Ausdruck für das vor der Festung liegende Feld. Das Glacis war frei von jeglicher Bepflanzung (ebenso wie die Wallanlagen), da man dadurch im wahrsten Sinne des Wortes "freies Schussfeld" hatte.
- Kapitalpoterne Unterirdischer Gang durch die Mitte eines FestungswerkesEin unterirdischer Gang (Poterne), der in der gedachten Mittellinie (Kapitale) eines Festungswerkes verläuft und Kasematten und Gänge miteinander vebindet. Die Kapitalpoterne läuft dabei u. U. auch unter dem Wall durch, um den in der Außenmauer (Kontereskarpe) des Grabens verlaufenden unterirdischen Gang (Kontereskarpegalerie) zu erreichen.
- Kaponniere Befestigungswerk zur Längsbestreichung des Grabens bzw. des FlussesBefestigungswerk, das quer im oder kurz vor dem Graben steht. Es dient zur Längsbestreichung des Grabens. Kaponnieren findet man in Mainz auch am Rhein; dort dienten sie zur Längsbestreichung des Flusses, um das Übersetzen feindlicher Soldaten zu verhindern (z.B. Fort Malakoff)
- Kasematte Unterirdisch oder auch oberirdisch gelegenes Gewölbe.Unterirdisch oder auch oberirdisch (und dann mit Erde überdeckt) gelegenes Gewölbe. Mehrere Kasematten aneinander gereiht ergeben ein Kasemattenkorps. Sie dienen zur Lagerung von Proviant und Waffen, z.T. aber auch als Unterkunft für Soldaten. Sie waren gegen Beschuss gut geschützt.
- Kavalier Stellung, die den Wall zur besseren Beherrschung des Vorgeländes überragtEin Kavalier ist eine Stellung, die auf dem Wall aufsitzt (wie ein Reiter - daher auch das Wort) und ihn zur besseren Beherrschung des Vorgeländes überragt. Manchmal konnte von einem Kavalier auch von mehreren Etagen gefeuert werden.
- Kommunikationspoterne Gang, der unter dem Wall hindurch zur Brustwehr führtEin Gang, der unter dem Wall hindurch zur Brustwehr führt. Er sollte es den Soldaten ermöglichen, geschützt vom Innern des Festungswerkes zur Grabenmauer zu gelangen; denn auf dem Wall wären die Soldaten ein leichtes Ziel gewesen.
- Kreneliert Mit Schießscharten versehen. Eine freistehende, krenelierte Mauer ist demnach eine einfache Mauer mit Schießscharten.
- Kurtine HauptwallHauptwall. Er vebindet die Bastionen und u.U. andere Festungswerke.
- Minengang Unterirdischer Gang, der ins Festungsvorfeld reicht; wird bei einem Angriff gesprengtWeit ins freie Feld reichende unterirdische Gänge. Sie sollten im Falle eines Angriffs mit Sprengstoff gefüllt werden, um den Feind aufzuhalten. Heute findet man solche Gänge noch beim Fort Josef und in der Zitadelle. Auch innerhalb eines Festungswerke findet man solche Minengänge - dann waren sie zur Zerstörung deselben gedacht.
- Poterne Unterirdischer Gang.
- Traverse Eine quer zum Wall gestellte Mauer. Sie sollte verhindern, dass es dem Feind bei Überhöhung des Geländes möglich ist, die an der Brustwehr stehenden Soldaten einem nach dem anderen zu erschießen. Eine Hohltraverse erfüllt diese Funktion oft nicht mehr. Man kann aber, da sie ein Gewölbe hat, Geschütze oder anderes unterstellen.
- Kurfürst Ein Fürst, der bei der Wahl des deutschen Königs teilnehmen durfte
- Domkapitel Gremium von Geistlichen an einer Bischofskirche
- Domkapitular Angehöriger des Domkapitels, einem geistlichen Gremium an einer Bischofskirche
- Kurstaat
- exkommuniziertAustoßung aus der Kirchengemeinschaft